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Lichterandacht zum Ewigkeitssonntag

Wie seit 2011 schon, so findet auch in diesem Jahr unsere Lichterandacht auf dem Friedhof Schöwalde statt. Um 18 ...
RÜCKBLICK
Menschenkette am Volkstrauertag

Es hat tatsächlich geklappt - knapp 400 Menschen kamen in diesem Jahr zum Vokstrauertag in Schönwalde, auch ...

Erinnern & Gedenken

Landrat Reinhard Sager Erinnern und Gedenken - gemeinsam im öffentlichen Raum - das sind Akte der Solidarität der gegenwärtig Lebenden mit den Opfern der Vergangenheit, Akte der Vergewisserung über das, was uns heute verbindet, und es sind Akte der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Solidarität, Vergewisserung und Hoffnung - jede Gesellschaft braucht sie, von der kleinen Dorfgemeinde bis in die hohe Politik, um sich selbst zu bestimmen im Wandel der Zeiten.

Mit der Eröffnung des neuen, öffentlichen Mahnortes für den Frieden neben der Kirche am Volkstrauertag 2019 hat Schönwalde eine Stätte erhalten, an der diese Grundfunktionen gesellschaftlichen Lebens in würdiger Form begangen werden können. Die Gedenktafeln der Kriege aus dem 19. und 20. Jahrhundert sowie (als digitale Präsentation) das Gedenkbuch mit den Namen der Gefallenen des zweiten Weltkrieges, zuvor im Sakralraum der Kirche untergebracht, finden hier einen neuen, allgemein zugänglichen Platz. Sie führen uns zugleich den Wandel der Erinnerungskultur in unserem Land vor Augen.

Am Volkstrauertag 2019 übergeben wir diesen Ort der öffentlichkeit. Es soll ein Ort werden, an dem nicht ausschließlich der gefallenen Soldaten vergangener Kriege, sondern aller Opfer von Krieg und Gewalt gedacht werden kann, auch solcher, die uns in unserer Gegenwart berühren. Ein Mahnort für den Frieden, der uns mit der Vergangenheit und Zukunft verbindet, und der hilft, dass wir uns jener Werte vergewissern, die uns tragen und die für unser Zusammenleben unverzichtbar sind.

Wir haben die Idee, diesen Ort am Volkstrauertag 2019 nach den traditionellen Kranzniederlegungen symbolisch mit einer Menschenkette zu begrüßen, dem unschlagbaren Symbol für Solidarität und Zusammenhalt - alt und jung, Uniformierte und Zivile, Einheimische und Gäste, Deutsche und ausländische Flüchtlinge und Asylanten - alle haben ihre Geschichte und ihren Blick auf Krieg, Gewalt, Vertreibung, alle sind angewiesen auf Frieden und gerechte Verhältnisse.

Darum kommen auch Sie dazu, schließen sie sich an, um dieses einmalige Zeichen zu setzen!

Dr. Arnd Heling
Pastor zu Schönwalde a.B.
Winfried Saak
Bürgermeister Schönwalde a.B.



Grußwort

Landrat Reinhard Sager "Wir lernen aus Erfahrung, dass die Menschen nichts aus Erfahrung lernen." Diese Worte von George Bernard Shaw haben in unserer Gegenwart leider eine sehr erschreckende und ernüchternde Realität angesichts der weltweiten Konflikte und kriegerischen Auseinandersetzungen. Deshalb ist es unsere Pflicht, an die Gefangenen, Ermordeten und Gefallenen zu erinnern und um sie zu trauern. Dem Ort des Gedenkens ein neues, zeitgemäßes Gesicht zugeben, so wie es die Kirchengemeinde Schönwalde beabsichtigt, kann ich daher nur befürworten und unterstützen. Der geplanten Gedenkhalle kommt eine besondere Bedeutung zu. Sie wird für jeden zu jeder Zeit zugänglich sein und bietet die Möglichkeit, allen Opfern von Krieg und Gewalt zu gedenken, Zeugnisse vergangener Gedenkkulturen zu bewahren und die aktuellen Geschehnisse einzubeziehen. Ich wünsche den Unterstützern des Projektes, insbesondere der Kirchengemeinde Schönwalde viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Idee.

Reinhard Sager
Landrat des Kreises Ostholstein




Bischof Magaard Die Auseinandersetzung mit den Denkmälern gehört zu unserer Erinnerungskultur. Dabei wird sichtbar, dass wir auch als Kirche lernen, die eigenen Verstrickungen in die Geschichte von Krieg und Gewalt kritisch zu beleuchten. Die Erinnerung ist notwendig, um in der Gegenwart Versöhnung zu leben und auch in Zukunft dem Frieden zu dienen.

Unter dem Motto: "Erinnern - Erkennen-Gestalten" greift die Evangelische Akademie Hamburg einen Appell der Synode der Nordkirche auf, sich kritisch mit den vielen hundert Ehrenmalen im Lande auseinanderzusetzen (www.denk-mal-gegen-krieg.de).

Gerade die vielen öffentlichen Ehrenmäler zum ersten Weltkrieg zeigen den damals prägenden Einfluss nationalistischer und auch nationalsozialistischer Ideologie. Ehrenmale zum Zweiten Weltkrieg stehen nicht selten noch unter dem Einfluss der Formensprache jener Zeit.

In fast allen Kirchen unseres Landes befinden sich weitere Tafeln, Reliefs, Skulpturen auch aus dem 19. Jahrhundert. Bis heute halten vielerorts Kommunalgemeinden und Kirchengemeinden gemeinsam mit Abordnungen der Bundeswehr, der Freiwilligen Feuerwehr und anderen Verbänden das öffentliche Gedenken am Volkstrauertag wach und verbindet heute in kritischer Auseinandersetzung früherer Verehrung diesen Tag mit dem Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt.

Diese Veränderung der Erinnerungskultur gibt den alten Denkmälern einen neuen Rahmen. In besonderer Weise wird dies in dem Projekt der Kirchengemeinde Schönwalde am Bungsberg deutlich. Sie gestaltet ihre ehemalige Leichenhalle neben der Kirche zu einem eigenständigen Gedenkort um, der allen jederzeit zugänglich ist und in dem die Zeugnisse der Vergangenheit sowohl würdig bewahrt als auch kritisch reflektiert werden. An einem solchen Ort kann nicht nur die Bedeutung etwa des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar), des Gedenktages für die Opfer von Flucht und Vertreibung (20. Juni) oder dem Volkstrauertag vor Augen geführt werden, sondern er kann auch eine Mahnung zum Frieden angesichts der Kriegs- und Krisenszenarien unserer Gegenwart werden.

Ich begrüße dieses Projekt der Kirchengemeinde Schönwalde ausdrücklich; insbesondere wünsche ich dem gemeinsamen Bemühen von Vertretern der Kirchengemeinde, der Bundeswehr, der kommunalen Politik und Verwaltung sowie von Verbänden und Vereinen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern, neue Formen zu entwickeln, die Erinnerungskultur zu gestalten, viel Erfolg. Das Jahr 2019 steht unter der Jahreslosung Suche Frieden und jage ihm nach (Psalm 34,15). Möge der neue Gedenkort in Schönwalde zu einer Wegmarke auf der Suche nach dem Frieden werden.

Gothard Magaard,
Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein



Unsere Förderer

Wir danken den folgenden Institutionen, Unternehmen, Stiftungen und Vereinen, ohne deren finanzielle Unterstützung dieses Projekt nicht realisiert werden könnte.

Mathias-Tantau-Stiftung, Uetersen Kirchenkreis Ostholstein Verein Andere Zeiten e.V., Hamburg Gemeinde Schönwalde am Bungsberg
Gemeinde Schönwalde
Sparkassen-Kulturstiftung Ostholstein Sparkassen-Stiftung Ostholstein Volks- und Raiffeisenbanken Gemeinde Kasseedorf
Gemeinde Kasseedorf