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RÜCKBLICK
Ideenwettbewerb für den Schönwalder Gedenkort

Am Volkstrauertag 2019 wollen wir in der frühreren Leichenhalle der Kirchengemeinde einen modernen "Mahnort ...

Erinnern & Gedenken

In einer ehemaligen Leichenhalle neben der Schönwalder Kirche soll bis zum Volkstrauertag 2019 ein öffentlicher Gedenkort für die Opfer von Krieg und Gewalt entstehen.

Die Idee entstand im Zusammenhang mit der Kirchenrenovierung.
Wie gehen wir mit der alten Ehrenhalle von 1957 um? Und wie mit den Gedenktafeln der Kriege aus dem 19. Jahrhundert?

In einem längeren Planungsprozess haben wir uns entschlossen, die Erinnerungsstücke der Vergangenheit an einer Stelle zusammenzufassen. Doch zugleich soll auch ein Ort entstehen, an dem nicht ausschließlich der gefallenen Soldaten vergangener Kriege, sondern aller Opfer gedacht werden kann, auch solcher, die uns in unserer Gegenwart berühren.

Und schon waren wir mitten drin in dem sehr aktuellen Thema "Erinnern und Gedenken". Was genau wir vorhaben und wie man sich beteiligen kann, lesen Sie auf den folgenden Seiten.


Grußwort

Landrat Reinhard Sager "Wir lernen aus Erfahrung, dass die Menschen nichts aus Erfahrung lernen." Diese Worte von George Bernard Shaw haben in unserer Gegenwart leider eine sehr erschreckende und ernüchternde Realität angesichts der weltweiten Konflikte und kriegerischen Auseinandersetzungen. Deshalb ist es unsere Pflicht, an die Gefangenen, Ermordeten und Gefallenen zu erinnern und um sie zu trauern. Dem Ort des Gedenkens ein neues, zeitgemäßes Gesicht zugeben, so wie es die Kirchengemeinde Schönwalde beabsichtigt, kann ich daher nur befürworten und unterstützen. Der geplanten Gedenkhalle kommt eine besondere Bedeutung zu. Sie wird für jeden zu jeder Zeit zugänglich sein und bietet die Möglichkeit, allen Opfern von Krieg und Gewalt zu gedenken, Zeugnisse vergangener Gedenkkulturen zu bewahren und die aktuellen Geschehnisse einzubeziehen. Ich wünsche den Unterstützern des Projektes, insbesondere der Kirchengemeinde Schönwalde viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Idee.

Reinhard Sager
Landrat des Kreises Ostholstein




Bischof Magaard Die Auseinandersetzung mit den Denkmälern gehört zu unserer Erinnerungskultur. Dabei wird sichtbar, dass wir auch als Kirche lernen, die eigenen Verstrickungen in die Geschichte von Krieg und Gewalt kritisch zu beleuchten. Die Erinnerung ist notwendig, um in der Gegenwart Versöhnung zu leben und auch in Zukunft dem Frieden zu dienen.

Unter dem Motto: "Erinnern - Erkennen-Gestalten" greift die Evangelische Akademie Hamburg einen Appell der Synode der Nordkirche auf, sich kritisch mit den vielen hundert Ehrenmalen im Lande auseinanderzusetzen (www.denk-mal-gegen-krieg.de).

Gerade die vielen öffentlichen Ehrenmäler zum ersten Weltkrieg zeigen den damals prägenden Einfluss nationalistischer und auch nationalsozialistischer Ideologie. Ehrenmale zum Zweiten Weltkrieg stehen nicht selten noch unter dem Einfluss der Formensprache jener Zeit.

In fast allen Kirchen unseres Landes befinden sich weitere Tafeln, Reliefs, Skulpturen auch aus dem 19. Jahrhundert. Bis heute halten vielerorts Kommunalgemeinden und Kirchengemeinden gemeinsam mit Abordnungen der Bundeswehr, der Freiwilligen Feuerwehr und anderen Verbänden das öffentliche Gedenken am Volkstrauertag wach und verbindet heute in kritischer Auseinandersetzung früherer Verehrung diesen Tag mit dem Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt.

Diese Veränderung der Erinnerungskultur gibt den alten Denkmälern einen neuen Rahmen. In besonderer Weise wird dies in dem Projekt der Kirchengemeinde Schönwalde am Bungsberg deutlich. Sie gestaltet ihre ehemalige Leichenhalle neben der Kirche zu einem eigenständigen Gedenkort um, der allen jederzeit zugänglich ist und in dem die Zeugnisse der Vergangenheit sowohl würdig bewahrt als auch kritisch reflektiert werden. An einem solchen Ort kann nicht nur die Bedeutung etwa des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar), des Gedenktages für die Opfer von Flucht und Vertreibung (20. Juni) oder dem Volkstrauertag vor Augen geführt werden, sondern er kann auch eine Mahnung zum Frieden angesichts der Kriegs- und Krisenszenarien unserer Gegenwart werden.

Ich begrüße dieses Projekt der Kirchengemeinde Schönwalde ausdrücklich; insbesondere wünsche ich dem gemeinsamen Bemühen von Vertretern der Kirchengemeinde, der Bundeswehr, der kommunalen Politik und Verwaltung sowie von Verbänden und Vereinen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern, neue Formen zu entwickeln, die Erinnerungskultur zu gestalten, viel Erfolg. Das Jahr 2019 steht unter der Jahreslosung Suche Frieden und jage ihm nach (Psalm 34,15). Möge der neue Gedenkort in Schönwalde zu einer Wegmarke auf der Suche nach dem Frieden werden.

Gothard Magaard,
Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein



Unsere Förderer

Wir danken den folgenden Institutionen, Unternehmen, Stiftungen und Vereinen, ohne deren finanzielle Unterstützung dieses Projekt nicht realisiert werden könnte.

Mathias-Tantau-Stiftung, Uetersen Kirchenkreis Ostholstein Verein Andere Zeiten e.V., Hamburg Gemeinde Schönwalde am Bungsberg
Gemeinde Schönwalde
Sparkassen-Kulturstiftung Ostholstein Sparkassen-Stiftung Ostholstein Volks- und Raiffeisenbanken Gemeinde Kasseedorf
Gemeinde Kasseedorf