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Unter euch soll es anders sein - Von wahrer Freiheit

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Unter euch soll es anders sein - Von wahrer Freiheit

Der Wochenspruch für die Woche des Sonntags Judika (29. März)
steht im Matthäusevangelium

 

Wer unter euch eine Rolle spielen will, der soll die des Dieners übernehmen. Und wer unter euch eine leitende Verantwortung sucht, soll euer aller Knecht sein. Denn auch ich bin nicht gekommen, damit andere mir dienen. Ich bin gekommen, um mich wie ein Knecht zu verbrauchen und mein Leben hinzugeben, wie man Lösegeld gibt, mit dem man Sklaven freikauft.“

(Matth. 20, 28 - in der Übertragung von Jörg Zink)


Jesus dreht (wieder einmal) die Denkgewohnheiten um: nicht im Machtgewinn, sondern in der Selbsthingabe, im uneingeschränkten Dasein-für-andere entsteht, ja, ereignet sich Freiheit. Wer alles gibt, hat nichts mehr zu verlieren. Alles Bilanzieren und Kalkulieren hat ein Ende, aber das Leben hat ein Ziel und einen Grund und Erfüllung gefunden.

„Lohnt sich der Einsatz auch?“
Diese Frage stellt sich dem Menschen nicht, der aufgehört hat zu rechnen – mit Lob und Anerkennung, Ruhm und Gewinn.  
Genau dies erleben hoffentlich viele, die in diesen Tagen bis zur Erschöpfung arbeiten – zunächst im Dienst am Kranken, in der Logistik und Versorgung der Bevölkerung, im Ordnungsdienst, in Politik und Verwaltung, in Wissenschaft und Forschung. Die wenigsten von ihnen werden dabei nach Ruhm und Anerkennung oder Gewinn schielen, sie tun, was zu tun ist, sie funktionieren, oft bis an die eigene Leistungsgrenze, auch ohne virtuelle Applausaktionen.


Werden sie sich später darüber ärgern oder beschweren?
Das kann ich mir nicht vorstellen. Denn das war ja keine verschwendete Zeit; es war erfüllte, sinnhafte Zeit!


Am Vorabend seines Todes sagte Jesus zu  seinen Jüngern: „Ich gebe euch ein neues Gebot“ (Joh. 13,34). Er sprach von einem neuen Bund, den Gott mit den Menschen schließt: Sein Gesetz werde nicht länger auf Steintafeln geschrieben, sondern in unsere Herzen, durch den Heiligen Geist, der unseren Willen mit dem Willen Gottes vereint.


So nimmt er uns in seine Lebenswirklichkeit hinein, die seinen physischen Tod überdauert. Jetzt verstehe ich es vielleicht nur ansatzweise, aber dies Gebot ist eine Verheißung, die jedem, auch mir, gilt. So sind wir herausgefordert, einfach zu funktionieren, der Situation angemessen.
Glaube ist weniger das, was wir denken oder fühlen, sondern vielmehr das, was geschieht, was wir tun, wenn wir uns auf Seine Lebenswirklichkeit einlassen, besser: von ihr ergriffen werden. 

Vielleicht ist es die schwerste Lektion des christlichen Glaubens; vielleicht klingt uns das viel zu pathetisch und heroisch, was Wilhelm Löhe, der Begründer des Diakonissenwesens in Neuendettelsau im 19. Jahrhundert einmal so formulierte:


„Was will ich? Dienen will ich. Wem will ich dienen? Dem Herrn in seinen Elenden und Armen. Und was ist mein Lohn? Ich diene weder um Lohn noch um Dank, sondern aus Dank und Liebe. Mein Lohn ist, dass ich darf.“


Wie man es auch wendet – Unsere Lektion heißt jetzt Solidarität, Selbstbeschränkung, ein Stück weit Selbsthingabe, das „neue Gebot“, damit die Schwächeren eine Chance haben, damit die Älteren, die Menschen mit Vorerkrankungen geschützt werden und die Einsamen nicht verlassen in ihren Wohnungen sterben müssen. Und unsere Solidarität brauchen jetzt all die, die stellvertretend für die meisten sich dafür professionell einsetzen.
Das gebieten die Vernunft – und die Nächstenliebe.

Das macht Sinn und einen echten Unterschied, es verändert die Welt ein klein wenig und jede Frau und jeden Mann, die danach tun. Es macht uns menschlicher.

Und das ist schön! Weil wir das Leben lieben.


Fürbitte
 

Herr, unser Gott,
betroffen und furchtsam
wissen wir,
dass niemand unter uns dem Leiden entgehen wird.
Und doch hast du uns 
durch Jesus Christus
berufen zur Hoffnung.
Und du willst,
dass auch durch uns Umdunkelte der Erde
dein Reich komme
in diese Welt.
Ruf uns heraus aus der Furcht,
überwinde unseren schwachen Glauben.
Hilf uns,
unser Leben
als Gabe zu sehen
an uns
und an andere um uns.
Denen
die trostlos sind,
die warten auf ein gutes Wort,
denen,
die verbittert sind,
verängstigt
und vom Tode gezeichnet,
sende uns mit der Botschaft,
dass du
zu ihnen stehst
und sie bewahrst
in Ewigkeit.

Amen.




(Michael Meyer,Nachdenkliche Gebete im Gottesdienst, 1989)
 

 

 



Eingestellt am 29.03.2020

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Bis 19. April keine Gottesdienste und Veranstaltungen

Liebe Gemeinde, liebe Gottesdienstbesucher,

angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus sind auch wir zur Vorsicht aufgerufen. Darum folgen wir den Erlassen des Landes Schleswig-Holstein sowie den dringlichen Empfehlungen der kirchenleitenden Gremien, zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus alle kirchlichen Veranstaltungen einschließlich der Gottesdienste zunächst bis zum 19. April abzusagen.

Das Gemeindehaus bleibt in dieser Zeit für alle Gruppenveranstaltungen der Kirchengemeinde vorerst geschlossen.

Auch die Andachten im kleineren Kreise in der Kirche fallen vorerst bis zum Sonntag Quasimodogeniti (19. April) aus – mit Ausnahme von Taufen und Beerdigungen nach Absprache im engeren Familienkreise.

Die Kirchenglocken läuten gleichwohl zu gottesdienstlicher Zeit.  
Sie rufen uns zum Innehalten und zum Gebet jeden Tag um 12 Uhr.

Sonntags ist die Kirche tagsüber geöffnet.
Unter der Woche ist die Kirche zwischen 12 und 18 Uhr geöffnet.

Im Altarraum befindet sich eine brennende Kerze, eine aktuelle Fürbitte und das Lektionar mit den gottesdienstlichen Lesungen für das Kirchenjahr zur stillen Betrachtung. Am Eingang finden Sie eine Auslegung zum Wochenspruch zum Mitnehmen.

Wir laden Sie ein, auch unseren Kreuzweg zu besuchen. Das Begleitheft dazu finden Sie in der Kirche vor.  

Ich wünsche Ihnen allen auch im Namen des Kirchengemeinderats Gesundheit und Gottes Segen.

Pastor Arnd Heling



Eingestellt am 28.03.2020

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Hoffnungsläuten - Innehalten und Beten am Mittag

Die Bischöfinnen und Bischöfe der Nordkirche rufen zu einer nordkirchenweiten Aktion auf. In ganz Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sollen mittags um 12 Uhr die Glocken läuten, ein Hoffnungsläuten und die Einladung zum Innehalten, zum Gebet.
Wir läuten die Glocken als Zeichen der Hoffnung in schwerer Zeit. Sie laden ein:

Halte inne, denk an das, was dich tröstet und stärkt.
Bitte für die Menschen, die Kraft brauchen!


Glocken erreichen die Ohren und Herzen sehr vieler Menschen auch bei Ausgangsbeschränkungen. Wer hört, gehört schon dazu. Wir sind verbunden.

Glocken rufen Christen seit vielen Jahrhunderten zum Gebet.
In dieser Zeit können sie zum Erinnerungsruf für alle werden, sich einmal am Tag Zeit zu nehmen, um in sich zu gehen und neue Hoffnung und Kraft zu schöpfen.
Die Glocken erinnern:  Es ist an der Zeit, sich zu besinnen auf das, was tröstet und stärkt und uns weiterträgt angesichts dieser globalen Krise.

Glocken unterbrechen den Tag – die Sorgen, die Angst, die Ohnmacht, das Grübeln, die Einsamkeit, die Überforderung. Sich stärken lassen von tiefer Hoffnung und einem Ritual, das schon viele Menschen vor uns in Krisen und schweren Zeiten getragen und ermutigt hat – das alles liegt im Klang der Glocken.

Wir brauchen Formen, die halten und tragen. Diese Formen zerbrechen gerade auf vielfältige Weise. Wir sind persönlich und als Gesellschaft zutiefst getroffen. Wenn unsere Kirchen verschlossen sind, ist es umso wichtiger, ein Ritual zu haben, das uns erinnert: Wir gehören zusammen. Das uns fragt: Was ist jetzt wichtig?



Eingestellt am 27.03.2020

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Kraft, Liebe, Besonnenheit

Der Wochenspruch für die Woche des Sonntags Lätare (22. März)
steht bei Johannes 12,24:


Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Gestern galt es in ganz Deutschland, einen Charaktertest zu bestehen: Solidarität üben durch Distanznahme, Abstand halten, sich vereinzeln, am besten allein bleiben – um so der Gemeinschaft zu dienen, und die Verbreitung des bedrohlichen Corona-Virus zu verlangsamen. 

„Wer nicht allein sein kann, der hüte sich vor der Gemeinschaft. Wer nicht in der Gemeinschaft steht, der hüte sich vor dem Alleinsein“, hat Dietrich Bonhoeffer einmal formuliert.

Im Verzicht auf das Gewohnte zu sich finden – darin bestand schon immer der tiefere Sinn der Fastenzeit. Für die meisten von uns ist die erzwungene Passivität begrenzter Ausgangssperren  eine Chance, Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden zu lernen.

Viele führt diese Krise jedoch in massive existentielle Nöte und Ängste – Einkommens- und Jobverlust oder aber Überstunden bis an die Leistungsgrenze in Krankenhäusern, Supermärkten, Laboren, Arztpraxen und Pflegeinrichtungen. 

Die Spitze dieses Jesuswortes besteht darin, die Isolation und Vereinzelung zu überwinden. Als kleines Körnchen in die Erde fallen, darin aufgehen, sich öffnen, das in sich schlummernde oder verborgene Potential herauslassen, von sich abgeben, ohne Hintergedanken und Kalkül, daraus erwächst ganz organisch, wie eine natürliche Frucht, Fülle und Gemeinschaft, Gemeinschaft und Fülle, über vordergründige Gemeinschaftserlebnisse und Zerstreuungen hinaus.

In der gegenwärtigen Situation, so sehe ich es, ist es unsere Aufgabe und Berufung als Christinnen und Christen in der Welt, nicht eindimensional zu werden, nicht sich lähmen zu lassen von der Angst, und auch nicht die Angst zu verdrängen oder zu überspielen, sondern eine vorösterliche Freude zu verbreiten, die ihre Kraft aus der Zuversicht gewinnt, dass Christus die Mächte des Todes überwunden hat, einst und jetzt und in Ewigkeit.

Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit (2. Timotheus 1,7) Gott helfe uns auch, von allen dreien mit dem richtigen Maß Gebrauch zu machen. Er halte uns alle - ob krank oder gesund - in seinen Händen!

Arnd Heling

Auf häufige Fragen zum kirchlichen Leben im Zusammenhamg mit der Corona-Epidemie gibt die folgende Seite Auskunft:

https://www.nordkirche.de/nachrichten/nachrichten-detail/nachricht/haeufige-fragen-zur-aktuellen-lage/

 



Eingestellt am 21.03.2020

Klimakrise und Spiritualität. Vortrag von Fred Hageneder

Am 8. Mai um 19 Uhr kommt der in England lebende Fred Hageneder nach Schönwalde. Hageneder ist Ethnobotaniker, Künstler und Musiker sowie Autor zahlreicher Sachbücher insbesondere über Bäume und deren Bedeutung in der menschlichen Kulturgeschichte, aber auch über Umweltbildung, Waldpädagogik, nachhaltigen Lebensstil. Er ist bereits zum zweiten Male Gast bei uns in Schönwalde. 

Die Schöpfung ist voller Wunder und Schönheit, die Komplexität des Ökosystems Erde ist faszinierend, doch man kann verzweifeln, wie sorglos wir mit diesem Schatz umgehen. Klimanotstand, Plastikverseuchung und Artensterben rufen immer dringlicher nach einer grundlegenden Veränderung unserer gesellschaftlichen Werte. Denn der menschliche Einfluss der Zerstörung ist inzwischen gigantisch und wächst ständig weiter. Das Gleichgewicht droht zu zerbrechen. Wie können wir uns würdevoll und innerlich aufrichtig in dieser gestörten Welt bewegen?
Schonungslos analysiert dieser Vortrag die aktuelle globale Situation und die eigentlichen Ursachen des weltweiten Missstandes, aber nicht, um in Verzweiflung zu verfallen. Es geht darum, wie wir angesichts sehr dunkler Vorhersagen Hoffnung und Mut aufbauen und aufrechterhalten können. Die Menschheit hat den Scheideweg zu einer neuen, wirklich ethischen Gesellschaft erreicht, die die Erde und die Einheit allen Lebens achten und lieben wird wie niemals zuvor.


Der Vortrag wird ausgerichtet vom Freundeskreis Naturerlebnisraum Pfarrhof Schönwalde e.V. .
Der Eintritt beträgt 7 Euro; für Vereinsmitglieder und Jugendliche 5 Euro.
Etwaige Überschüsse kommen direkt und ausschließlich dem Naturerlebnisraum, seiner Erhaltung und Entwicklung zugute. 

Kartenvorverkauf ab April 2020 an folgenden Stellen:
Schönwalde a. B.: Flowerpower, Martina Piening
Eutin: Buchhandlung Hoffmann 

 

 



Eingestellt am 08.02.2020